Warum ich meiner Hebamme so dankbar bin (mit kleinem Geburtsbericht)

Der Goldkäfer, weswegen der Blog so heißt wie er heißt, ist mein erstes Kind. Er kam im September 2015 auf die Welt und da gestern internationaler Hebammentag war, musste ich dazu etwas schreiben… und damit widme ich diesen Blogbeitrag meiner liebsten Begleiterin (natürlich neben der allerliebsten Begleitung: mein Mann ♥) in der Schwangerschaft, während der Geburt und zur Nachsorge: A. meiner Hebamme. ❤

Als ich der Schwangerschaftstest positiv war, hatten wir natürlich auch einen Frauenarzttermin. In meiner ehemaligen (weil wir ja umgezogen sind) Frauenartzpraxis arbeiten auch Hebammen, welche die Vorsorge für Schwangere übernahmen (Urinprobe, Gewicht, Blutdruck u.s.w.). Davon bekommt man als Nicht-Schwangere eigentlich kaum etwas mit und man nimmt das Angebot auch kaum war, weil es einen ja da noch nicht betrifft.

Als es dann doch soweit war, dass man offiziell schwanger sagen durfte (Herztöne) bekam man dies erst richtig mit und wurde in die wundervolle Welt der Hebamme eingeführt. Ich wusste dass Hebammen im Krankenhaus arbeiten und einen nach der Geburt Zuhause betreuen, aber von dem Angebot der Vorsorge wusste ich bisher noch nichts. Es gab 2 Hebammenpraxen im Umkreis und ich meldete mich bei jener an, wo die Hebamme mich auch in der Frauenarztpraxis aufgeklärt hatte und ich sie sympatisch fand.

Das eigentlich kuriose kam jetzt. Ich rief also die Praxis an und sprach mit einer anderen Hebamme (sie waren zu 3. in der Praxis tätig). Die Stimme kam mir sehr bekannt vor, doch ich konnte sie leider noch nicht zuordnen. Dann war es soweit meiner erster Vorsorgetermin bei der Hebamme und ich traf auf eine Bekanntschaft aus Schulzeiten 😀
Sie meinte dann auch, dass es ihr genauso ging.

Ein lustiges Wiedersehen. Die Welt ist so verdammt klein…

Also machte sie ihre Vorsorge und schrieb ganz fleißig in meinen Mutterpass. Ich selbst hatte in der Schwangerschaft kaum Probleme und auch meinem Kind ging es wunderbar. Dennoch war ich froh, dass es dieses Angebot gab, denn so konnte ich auch immer wieder alle lästigen Fragen loswerden und es war einfach immer nett und lustig.

Alle 4 Wochen war ich Gast in der Frauenarztpraxis und jeweils in der Mitte zwischen zwei Frauenarztterminen war ich bei meiner Hebamme. Somit wurde mein Kind alle 2 Wochen von Fachpersonal begutachtet. Es gab mir ein gutes Gefühl.

Dann kam der Geburtsvorbereitungskurs. Ich wusste gar nicht, dass es eine Wahl gibt diesen zu machen. Für mich war es selbstverständlich, dass ich daran teilnehme. Schließlich war es mein erstes Kind (und auch jetzt beim 2. Kind besuche ich wieder einen, aber dazu später mehr). Wir waren eine feste Gruppe von 12 Frauen. Ein lustiger Haufen. Manche mit dem ersten Kind, aber auch schon einige mit dem 2. Kind. Es war ein toller Austausch und so entstand auch eine WhatsApp-Gruppe und jeder freute sich mit, wenn wieder ein „Gruppenkind“ geboren wurde.

Dann kam langsam die Zeit in der die Frauenarzttermine sich verkürzten und somit auch meine Hebammenbesuche. Ich hatte jede Woche aktuelle Informationen zu meinem Kind ❤
Ich fand es einfach toll!

Dann kam der 19.09. der eigentliche Termin vom Goldkäfer. Aber er machte keine Anstalten herauszukommen… Kein Tee, keine heiße Badewanne, kein Treppen steigen, kein Spaziergang der Welt hatte geholfen. Als mein Frauenarzt dann das Wort „Einleitung“ aussprach, war ich erleichtert, denn ich wollte nur noch, dass mein Kind auf die Welt kam. Aber mein Goldkäfer hat sich angesprochen gefühlt. Anscheinend wollte er nicht eingeleitet werden und hat sich dann doch selbst auf den Weg gemacht.

Das Ganze ging ziemlich schnell. Um 18 Uhr rum hatte ich meine erste Wehe und schrieb meinem Mann, der natürlich gerade unterwegs war – wie das halt so ist. Er war dann auch gleich da und um 19 Uhr waren wir im Krankenhaus. Der Pförtner rief sofort die diensthabende Hebamme an (welche zufällig meine war ♥, ansonsten hätte wir sie selbst angerufen und sie wäre auch gekommen – einfach toll) und wir gingen inzwischen in den Gang vor den Kreissaal. Meine Hebamme zog sich noch um und ich wollte in Richtung Wehenzimmer gehen, aber sie hielt mich auf und meinte, dass dies wahrscheinlich nicht nötig sei. Ich sollte gleich in den Kreissaal gehen. Na gut. Sie ist die Chefin und vom Fach. Sie wird schon wissen. (Im Nachhinein muss ich über diese Scene noch am meisten schmunzeln, denn um 21:20 Uhr war mein kleiner Goldkäfer auf der Welt.) Ab ans CTG und dann ging es auch schon relativ schnell los. Der Muttermund war schon gut offen. Ein bisschen später war er noch weiter offen und beim letzten Zentimenter half sie mit. Tja und dann lies der kleine Mann ja tatsächlich nicht mehr lange auf sich warten… Sie hatte also absolut recht. Meine Hebamme ♥

Mein Sohn hatte sich die Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt, aber Dank der wundervollen Arbeit des Frauenarztes und meiner Hebamme kam der Goldkäfer schnell zum vollen Apgar-Score.

Ich selbst muss gestehen habe von der Geburt nicht viel mitbekommen und kann mich auch im Nachhinein an nicht mehr viel erinnern. Ich glaube ja, dass es daran liegt, dass ich mir ja bei der Geburt das Steißbein (s. Blogbeitrag „Mama krank und nun!?) gebrochen habe und mein Körper als Selbstschutz mich so ein wenig in Trance gelegt hat, aber so genau weiß ich das nicht.
Es ist mir auch egal, denn meinem Kind ging es gut =) was will man mehr!?

In den liebevollen Händen meiner Hebamme wurde der Goldkäfer vermessen und gewogen und es gab eine tolle Karte mit seinen Füßen ❤
(natürlich erst nachdem wir ihn das erste Mal halten durften).

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Als kurzen Einwurf auch einen riesen Dank an meinen Mann, der mich von der ersten Sekunde bis heute mehr als unterstützt. Danke auch für DICH. DU bist wunderbar.
Ich liebe DICH ♥ ♥ ♥

Selbst als wir auf Station waren kam sie nochmal hoch, bevor sie nach Hause ging! ❤

An jedem Tag Zuhause war sie da um meinem Sohn die Nabelschnur zu reinigen und machte dies bis sie abfiel und dann das erste Mal baden. Keine Ahnung wie sie dies tat, aber sie erklärte uns wie man ein Kind badet und schoss Fotos als Erinnerung gleichzeitig! Der absolute Wahnsinn!

Sie kam immer, wenn wir sie brauchten, egal wie voll ihr Terminkalender war. Ich konnte sie zu jeder Zeit anrufen und sie mit Fragen löchern. Sie war IMMER da!

Auch heute haben wir noch Kontakt und in der Zwischenzeit hat auch sie ihr erstes Kind und wenn sie als Mutter nur halb so gut ist, wie sie es als Hebamme war, dann braucht sie sich definitiv keine Sorgen machen!

Liebe A., danke für die Unterstützung während der Schwangerschaft, Geburt und darüber hinaus!!!
Danke für die ganzen wertvollen Tipps, die Hilfe bei Stillfragen, deine Geduld, deine liebevolle Art, deine ehrlichen Worte, jedes noch so kleine Telefonat, die Betreuung und noch so vieles mehr.

Einfach danke für meinen größten Erfolg, das größte Wunder und allerschönste Geschenk in dem Leben von meinem Mann und mir! Du warst maßgeblich daran beteiligt.

Thank you
Danke für einfach alles!!!

Hebammen sind viel mehr als Hebammen. Sie sind Beraterin, Psychologin, Trösterin, Mutmacherin und irgendwie auch Freundin. Jedenfalls meine!

Ich rate jedem sich eine Hebamme zu holen, ob er sie dann 2x oder eben 14x braucht spielt keine Rolle! Es ist ein toller Beruf, der unter keinen Umständen von den Krankenkassen kaputt gemacht werden darf. Deswegen war es mir so wichtig, jetzt auch wieder eine Hebamme zu finden. Irgendjemand darf gerne sein Geld verdienen indem er mich und mein Kind besucht und schaut wie es uns geht. Mir fällt absolut kein Grund ein, warum dies schlecht sein sollte… Hierbei gewinnen doch beide Seiten.
Auch mein 2. Kind wird mit einer Hebamme geboren. Darauf bestehe ich und wenn es das letzte ist was ich tue!

Und diesmal habe ich die Lehrerin, die meine Hebamme ausgebildet hat, als Nachsorgehebamme – nur nochmal zum Thema die Welt ist so verdammt klein 😀

Und falls auch ihr tolle Erfahrungen mit einer Hebamme gemacht habt oder den Beruf der Hebamme einfach schätz, dann unterschreibt doch die Elterprotest-Pedition „Geburt darf keine Privatleistung werden“ von change.org.
Mir persönlich ist das sehr wichtig und ich bin natürlich schon lang dabei!

Ohne Hebamme ist alles doof.jpg


9 Gedanken zu “Warum ich meiner Hebamme so dankbar bin (mit kleinem Geburtsbericht)

  1. Hebammen sind so unheimlich wichtig, ich würde nie auf eine verzichten wollen, schön das du auch so eine tolle Erfahrung gemacht hast, liebe Grüße Anja

    Gefällt 1 Person

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